Das neuseeländische Arbeitsrecht

alles Wichtige zum Arbeitsrecht in Neuseeland

Wie ist die Arbeitssituation in Neuseeland?

Die Arbeitslosenquote ist in Neuseeland nicht sehr hoch, so dass es meist sehr schnell möglich ist, an einen gut bezahlten (Aushilfs-) Job zu gelangen. Gerade in der Hauptsaison, während der Erntezeit, finden Backpacker gute Jobs mit einem durchschnittlichen Lohn von 16-20 NZD pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit April 2018 16,50 NZD (rund 9 Euro).

Beliebt ist das sogenannte fruitpicking, bei dem Früchte und Gemüse gepflückt, gesammelt und verpackt werden. Es handelt sich dabei allerdings um eine oftmals körperlich anstrengende Arbeit, bei der Du nach Stückzahl bezahlt wirst und das Gehalt oftmals stündlich berechnet wird. Beispielsweise erhält man pro 500kg Früchte 20-25 NZD. Auf einigen Farmen ist es außerdem üblich, im Rahmen von Wwofing gegen freie Kost und Logis verschiedene Arbeiten zu verrichten.

Pausen

Pausen stehen jedem Arbeitnehmer zu, auch Dir als Au Pair! Die folgende Regelung ist bei den meisten Unternehmen üblich: Wenn Du 2 bis 4 Stunden arbeitest, stehen Dir 10 Minuten bezahlte Pause zu. Arbeitest Du bis zu 6 Stunden, so stehen Dir eine zehnminütige bezahlte Pause und 30 Minuten Mittagspause (unbezahlt) zu. Bei einem 8-Stunden-Tag werden somit zweimal 10 Minuten Pause bezahlt und eine 30-minütige Mittagspause eingeplant.

Urlaub

Verbreitet ist der Mindestanspruch, der per Gesetz vorgeschrieben wird. Wenn Du 12 Monate lang bei einem Arbeitgeber gewesen bist, stehen Dir mindestens 20 Tage, also vier Wochen Urlaub zu. Da Du als Au Pair oft nicht ein volles Jahr bei einer Gastfamilie verbringst, steht Dir dementsprechend ein prozentualer Anteil zu, je nachdem, wie lange Du unter Vertrag standest. Bei 6 Monaten hast Du beispielsweise Anspruch auf 2 Wochen bezahlten Urlaub.

Nun ist es in Neuseeland allerdings so, dass Du meist erst nach Ablauf eines Jahres Anspruch auf Urlaub bekommst. Das lässt sich mit Deiner Gastfamilie auf verschiedene Weise regeln. Hier sind Deine Optionen, die Du vorab mit Deiner Gastfamilie und damit Deinem künftigen Arbeitgeber besprechen solltest:

1. Du arbeitest bis zum Vertragsende ohne Urlaub durch und bekommst mit Deinem letzten Gehalt Dein gesamtes Urlaubsgeld ausgezahlt – 8% von Deinem insgesamt verdienten Bruttogehalt. Diese Option lohnt sich, wenn Du nach Deinem Au-Pair-Aufenthalt ohnehin reichlich Zeit zum Reisen eingeplant hast.

Arbeitsrecht und Urlaubsanspruch als Au Pair in Neuseeland

2. Je nach Vertragslänge und damit angehäuftem Urlaubsanspruch hörst Du entsprechend früher bei Deiner Gastfamilie auf und wirst dennoch bis zum offiziellen Vertragsende weiter bezahlt. Bei 6 Monaten würdest Du 2 Wochen Urlaub anhäufen und somit 2 Wochen vor Vertragsende aufhören, dennoch für zwei weitere Wochen bezahlt werden. Diese Option macht Sinn, wenn Du nach Deiner Au-Pair-Zeit nur noch wenige Wochen zum Reisen hast und das Beste daraus machen möchtest.

3. Du arrangierst mit Deiner Gastfamilie, Deinen Urlaub vorzeitig zu nehmen. Viele Familien haben damit kein Problem, solange sichergestellt ist, dass Du bis zum Vertragsende durcharbeiten wirst. Diese Option ist für all diejenigen, die vorhaben, direkt nach ihrer Au-Pair-Zeit nach Deutschland zurück zu kehren.

Kündigungsfristen

Den uns bekannten Kündigungsschutz gibt es in Neuseeland in dem Sinne nicht, es kann also von einem Tag auf den anderen vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gekündigt werden. Laut aufgesetztem Vertrag gilt aber häufig eine Kündigungsfrist von zwei bis vier Wochen. Der Arbeitnehmer hat das Recht, jederzeit zu kündigen – vorausgesetzt, er hält sich an die Klausel seines Arbeitsvertrages.

Als Arbeitnehmer hast Du außerdem die Möglichkeit, einer Gewerkschaft beizutreten. Ähnlich unseren deutschen Tarifverträgen sind Arbeitnehmer, die der Gewerkschaft angehören, durch Kollektivverträge geschützt. Ist man nicht in einer Gewerkschaft, wird ein individueller Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber ausgehandelt.

Arbeitsvertrag und Steuern

Ein Arbeitsvertrag beinhaltet die Höhe des vereinbarten Lohnes (in Neuseeland häufig ein Stundenlohn), die Kündigungsfrist, den Aufgabenbereich, die Laufzeit des Vertrages sowie Aussagen über die Anzahl der Urlaubstage, der bezahlten öffentlichen Feiertage und Krankentage.

Bevor man eine Arbeit aufnimmt, benötigt man eine Steuernummer (IRD). Auch in Neuseeland wird die Lohnsteuer vom Arbeitgeber abgeführt und ist nach Einkommen gestaffelt. Es wird vorab festgelegt, welcher Steuerklasse der Arbeitnehmer angehört.

Arbeitsunfall – was nun?

In den meisten Betrieben wird großer Wert auf Arbeitsschutz gelegt. Sollte es zu einem Arbeitsunfall kommen, greift die staatliche Unfallversicherung ACC, an die der Arbeitgeber Unfallversicherungsbeiträge abführen muss. Die Beiträge hängen vom gezahlten Arbeitslohn ab. So werden die Behandlungskosten nach einem Unfall übernommen. Für die Zahlung von Krankenhaustagen beispielsweise sollte sich jedoch jeder mit einer privaten Unfallversicherung absichern.

 

 

Aufgepasst!

Das Team von Work-Travel-Fun AuPair rät allen Au Pairs, für die Zeit ihres Neuseelandaufenthalts eine umfangreiche Auslands-Krankenversicherung abzuschließen!

Hintergrundinfos

 

Hier erfährst Du mehr über das neuseeländische Arbeitsrecht (englisch).

 

Das neuseeländische Arbeitsrecht